Ehrenamt beim VdK: Im Einsatz für Menschen
Ein Brief zum Geburtstag ist für viele Mitglieder im Kreisverband Reinickendorf eine freudige Überraschung. Dass diese Grüße zuverlässig ankommen, dafür sorgt Kriemhild von Schwarzenfeld. Die 77-jährige Rentnerin verschickt Monat für Monat bis zu fünfzig Geburtstagsbriefe sowie Treueurkunden im Namen des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg.

Dem VdK Berlin-Brandenburg ist Kriemhild von Schwarzenfeld im Jahr 2019 beigetreten – aus Vorsorge. „Man weiß ja nie, ob man später einmal Unterstützung braucht“, sagt sie. Was es bedeutet, die eigenen Rechte gegenüber Kranken- und Rentenkassen einzufordern, kennt sie aus eigener Erfahrung. Fast zehn Jahre lang pflegte sie ihren inzwischen verstorbenen Ehemann zu Hause – und war in dieser Zeit gleichzeitig noch voll berufstätig.
Der Weg ins Ehrenamt
Als im Jahr 2020 bei einer Veranstaltung des Kreisverbands Reinickendorf bekannt gegeben wurde, dass das Ehrenamt der Kassiererin neu zu besetzen sei, meldete sich Kriemhild von Schwarzenfeld. Nach dem Besuch der Handelsschule für Bürowirtschaft arbeitete sie viele Jahre in diesem Bereich. Sie war für den Schriftwechsel verantwortlich, als Sachbearbeiterin tätig, hat über zwei Jahrzehnte die Niederlassungskasse mit einem handschriftlich geführten Kassenbuch verwaltet und viele andere Dinge erledigt. Auch Erfahrungen in der Logistik konnte sie sammeln. „Ich habe in meinem Berufsleben viel gelernt“, sagt sie. Dieses Wissen bringt sie heute in ihre vielfältigen ehrenamtlichen Aufgaben ein. Neben der Verantwortung für die Kasse übernahm sie zusätzlich die Aufgabe der Gratulantin und organisiert Tagesfahrten für die Mitglieder des Kreisverbands.
„Keine Eintagsfliege“
Das Engagement von Kriemhild von Schwarzenfeld ist von großer Gewissenhaftigkeit geprägt. Ehrlichkeit und Verlässlichkeit nennt sie als zentrale Voraussetzungen für ein Ehrenamt. Um bei der Geburtstagspost, den Ehrungen und der Abrechnung der Kosten stets den Überblick zu behalten, entwickelte sie ein eigenes, übersichtliches und transparentes System. Auch mit der digitalen Mitgliederverwaltung kennt sie sich bestens aus: Sie erstellt Geburtstagslisten und Serienbriefe – und wenn einmal etwas nicht stimmt, lässt sie das Thema nicht los. Dann grübelt sie auch bis spät in die Nacht, bis der Fehler gefunden und das Problem gelöst ist.
Kleine Gesten, die zählen
Besonders schätzt von Schwarzenfeld die gemeinsamen Aktivitäten mit den Mitgliedern. Jedes Jahr organisiert sie mehrere Tagesfahrten. Dabei geht es ihr nicht nur um das Programm, sondern auch um die kleinen Gesten: Schokokäfer, Adventskalender oder andere Aufmerksamkeiten sollen Freude bereiten und ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Diese Herzlichkeit bekommt sie von den Mitgliedern vielfach zurück.
Nachwuchs willkommen
Für die Zukunft wünscht sich von Schwarzenfeld mehr jüngere Menschen, die bereit sind, einzelne Aufgaben im Kreisverband zu übernehmen. Offenheit und Verlässlichkeit sind für sie dabei besonders wichtig. Die Anforderungen an ehrenamtliches Engagement fasst sie schlicht zusammen: „Man muss es wollen.“
VdK bekannter machen
Dass sie es will, sich für den Sozialverband VdK und seine Mitglieder einzusetzen, zeigt von Schwarzenfeld jeden Tag aufs Neue. Und selbst ihr umfangreiches Engagement reicht ihr noch nicht aus. Sie fragt sich, warum so viele Menschen in Berlin und Brandenburg den VdK nicht kennen – und was wir tun können, um den Sozialverband bekannter zu machen.
Eine ganz praktische Idee setzt sie bereits um: Bei jedem Arztbesuch hat sie eine Handvoll VdK-Flyer dabei, um sie bei Bedarf in der Praxis auszulegen. Ein kleines Zeichen mit großer Wirkung – ganz im Sinne ihres Verständnisses von Ehrenamt.