Sicher im Netz unterwegs
Online einkaufen, Bankgeschäfte erledigen oder Kontakte pflegen – das Internet macht vieles leichter. Doch gerade Senior*innen werden online oft zur Zielscheibe von Betrüger*innen. Wir zeigen, welche Gefahren lauern und wie sich Risiken wirksam minimieren lassen.

Eine der größten Gefahren im Internet sind Schadprogramme, die sich unbemerkt auf den Computer schleichen – etwa durch das Öffnen von Anhängen unbekannter Absender oder den Besuch infizierter Webseiten. Daher gilt: Halten Sie PC, Laptop oder Smartphone stets aktuell, aktivieren Sie automatische Updates und nutzen Sie eine Firewall sowie ein Virenschutzprogramm. Vorsicht ist außerdem beim Umgang mit persönlichen Daten geboten. Überlegen Sie genau, wo Sie welche Angaben hinterlassen. Achten Sie beim Online-Banking auf verschlüsselte Verbindungen. Diese erkennen Sie durch den Beginn der Adresszeile im Browser mit „https“. Geben Sie die Internetadresse Ihrer Bank stets selbst ein, anstatt die Favoriten- oder Lesezeichenfunktion zu nutzen.
Auch sichere Passwörter sind ein zentraler Baustein für mehr Sicherheit. Sie sollten mindestens zwölf Zeichen umfassen, aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen und regelmäßig gewechselt werden. Vermeiden Sie einfache Begriffe oder Wiederholungen und nutzen Sie für jede Anwendung ein eigenes Passwort.
Einkaufen im Netz
Ob Kleidung, Technik oder Haushaltswaren: Online-Shopping ist bequem, birgt aber Tücken. Unseriöse Plattformen versuchen, gerade ältere Nutzer*innen auszunutzen. Prüfen Sie deshalb vor einem Kauf, ob der Anbieter ein vollständiges Impressum und klare Widerrufsrechte angibt. Bewertungsportale und Gütesiegel wie „Geprüfter Online-Shop“ helfen ebenfalls bei der Einschätzung. Bevorzugen Sie sichere Zahlungsmethoden wie Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte oder seriöse Zahlungsdienste wie PayPal. Vorsicht ist geboten, wenn Händler auf Bargeld-Transfer oder Vorkasse bestehen.
Besonders heikel ist der Kauf von Medikamenten im Internet. Gefälschte Präparate ohne Wirkstoff oder mit gesundheitsgefährdenden Substanzen sind keine Seltenheit. Kaufen Sie Arzneimittel nur bei zugelassenen Versandapotheken, die im offiziellen Register gelistet sind. Im Zweifel ist der Gang zur Apotheke vor Ort die sicherste Lösung.
Soziale Netzwerke
Auch im Alter bieten soziale Netzwerke Chancen, Kontakte zu pflegen oder neue Bekanntschaften zu schließen. Allerdings sollten persönliche Daten wie Telefonnummer oder Adresse niemals veröffentlicht werden. Prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen, lesen Sie die Datenschutzbestimmungen aufmerksam und seien Sie zurückhaltend bei Kontaktanfragen von Fremden.
Liebesbetrug
Eine besonders perfide Betrugsmasche ist das sogenannte „Romance-Scamming“ (Liebesbetrug). Dabei geben sich Täter*innen als liebevolle Partner*innen aus und bauen über Wochen oder Monate eine emotionale Bindung auf – nur um irgendwann Geldforderungen zu stellen, etwa wegen angeblicher Notlagen. Hier gilt: Überweisen Sie niemals Geld an Personen, die Sie noch nie persönlich getroffen haben. Ein einfacher Test kann helfen: Geben Sie den Namen der Person mit dem Zusatz „Scammer“ in eine Suchmaschine ein. Oft finden sich so bereits Warnungen. Und: Zögern Sie nicht, die Polizei einzuschalten, wenn Sie betroffen sind.
Gesundes Misstrauen
Die digitale Welt eröffnet neue Möglichkeiten, bringt aber auch neue Risiken mit sich. Wer technische Schutzmaßnahmen einsetzt und mit einem gesunden Maß an Vorsicht handelt, kann die Vorteile des Internets sicher nutzen.
Weitere Tipps und ausführliche Informationen finden Senior*innen in der Broschüre der Berliner Polizei „Im Alter sicher leben“, die unter folgendem Webseitenlink abrufbar ist: Externer Link:www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/228-im-alter-sicher-leben