Segel neu gesetzt: Landesverbandstag 2025
Über 60 Delegierte aus den ehrenamtlichen Kreisverbänden kamen am 3. Dezember zum 17. Ordentlichen Landesverbandstag in Rheinsberg zusammen, um über zentrale Zukunftsfragen des VdK Berlin-Brandenburg abzustimmen und einen neuen Landesvorstand für die nächsten vier Jahre zu wählen.

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Mit diesem Aristoteles-Zitat eröffnete der Landesvorsitzende Ralf Bergmann den 17. Ordentlichen Landesverbandstag. Kaum etwas beschreibt die Arbeit des VdK treffender: In Zeiten gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen setzt sich der VdK mit Entschlossenheit für soziale Gerechtigkeit und einen starken Sozialstaat ein. In seinem Rückblick machte Bergmann deutlich, wie sehr sich die Arbeit des Landesverbands in den vergangenen Jahren intensiviert hat. Die Zahl der sozialrechtlichen Beratungen und Vertretungen ist innerhalb von vier Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen. Rund zwei Drittel der Anliegen betreffen Erwerbsminderungsrenten und den Grad der Behinderung. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat der Landesverband gezielt in zusätzliche Personalstellen investiert und die Kreisgeschäftsstellen organisatorisch neu strukturiert.
Stabile Basis
Der VdK Berlin-Brandenburg verfügt trotz wirtschaftlich angespannter Zeiten weiterhin über eine solide Finanzbasis, so das Fazit der Wirtschaftsprüfgesellschaft. Mit einem Plus von 35.000 Euro verzeichnet der VdK Berlin-Brandenburg ein leicht positives Jahresergebnis. Erfreulich sind auch die weiterhin deutlich steigenden Mitgliederzahlen. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wie Inflation, Pandemie-Nachwirkungen und Beitragserhöhungen blieb das Mitgliederwachstum auf einem hohen Niveau. Zum 31. Dezember 2024 gehörten dem Landesverband 33.939 Mitglieder an – ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt der VdK Berlin-Brandenburg im Vergleich zu den anderen VdK-Landesverbänden im oberen Drittel. Analog zum Mitgliederwachstum stiegen folglich die Einnahmen.
Neuer Vorstand
Mit der Wahl des neuen Landesvorstands sieht sich der VdK Berlin-Brandenburg weiterhin gut und zukunftsfähig aufgestellt. Der bisherige und in seinem Amt neu bestätigte Landesvorsitzende Ralf Bergmann zog eine positive Bilanz: „Während meiner Zeit als Landesvorsitzender in den vergangenen beiden Legislaturperioden haben wir gemeinsam viel erreicht – ein hohes Mitgliederwachstum und eine stabile Finanzlage.“ Für die kommenden Jahre hat er klare Ziele: „Ich möchte das Ehrenamt in der Fläche so stärken, dass es auch künftig wirksam und zukunftsfähig bleibt.“ Besonders wichtig ist ihm die Gewinnung jüngerer Menschen, eine Aufgabe die er gemeinsam mit den ehrenamtlich Engagierten angehen möchte.
Auch der bisherige stellvertretende Vorsitzende Steffen Schulz, den eine langjährige Zusammenarbeit mit Ralf Bergmann verbindet, wurde in seinem Amt bestätigt. Gemeinsam haben beide eine Vielzahl von Herausforderungen bewältigt, wie zum Beispiel die Veräußerungen von Gesellschaften wie der terra est vita, der Verkauf des Ferienobjekts Hörnum/ Sylt sowie die Personaleinstellungen von drei Geschäftsführern.
Sigrid Parschauer, die dem Landesvorstand bereits seit 2021 angehört, wurde auf dem Landesverbandstag zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die neu gewählten Vorstandsmitglieder Beate Lambrecht und Bernd Otto verfügen über langjährige Erfahrung aus ihrer Arbeit in den Kreisverbänden und bringen wertvolle Expertise mit. Lambrecht möchte die Digitalisierung sowie die Stärkung des Ehrenamts weiter voranbringen. Otto ist gespannt auf die neue Tätigkeit im Landesvorstand und möchte seine langjährige Erfahrung im VdK gezielt dort einbringen, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Aus persönlichen Gründen verabschiedeten sich Hannelore Schmolling und Hans-Günter Brochwitz aus dem Landesvorstand. Schmolling zieht sich nach 30 Jahren engagierter Tätigkeit aus dem zeitintensiven Landesvorstand zurück, sie ist aber weiterhin aktiv als Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses sowie ihres Kreisverbands Havelland. Brochwitz wird sich künftig wieder verstärkt seiner Vorstandsarbeit im Kreisverband Cottbus widmen.
Zufrieden mit dem Wahlergebnis zeigte sich auch der Geschäftsführer des VdK Berlin-Brandenburg, Stephan Klauert: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem neu gewählten Landesvorstand mit viel Energie in die kommenden Jahre zu starten. Vor uns liegen wichtige Aufgaben – von der Modernisierung unserer Strukturen bis hin zur weiteren Stärkung des Ehrenamts. So stellen wir sicher, dass der VdK Berlin-Brandenburg auch künftig handlungsfähig und gut für die Zukunft aufgestellt ist.“

Grundpositionen
Von besonderer Bedeutung war der Beschluss der sozialpolitischen Grundpositionen des VdK Berlin-Brandenburg – ein richtungsweisender Meilenstein für die zukünftige Arbeit des Landesverbands. Die Grundpositionen wurden in einem umfassenden Prozess zwischen Haupt- und Ehrenamt gemeinsam erarbeitet. Die sozialpolitischen Grundpositionen betreffen ausschließlich landespolitische Themen beider Bundesländer und sind wegweisend für die kommenden Jahre. Der Fokus liegt auf einer Auswahl der drängendsten Themen in beiden Bundesländern und richtet den Blick insbesondere auf die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, Frauen und Familien, ebenso auf Menschen mit Behinderungen in all ihren vielfältigen Lebenslagen sowie Seniorinnen und Senioren – immer in dem Bewusstsein, dass Migration, Digitalisierung und Klimawandel alle Zielgruppen betreffen. Eine Vorstellung der sozialpolitischen Grundpositionen folgt in einer der nächsten Ausgaben.
Grußbotschaft
VdK-Präsidentin Verena Bentele konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht persönlich am Landesverbandstag teilnehmen, dennoch wandte sie sich mit einer digitalen Grußbotschaft an die Delegierten. Sie dankte vor allem den vielen Ehrenamtlichen, die sich bundesweit für den VdK engagieren und machte deutlich, dass der VdK für die Menschen weit mehr ist, als nur ein Sozialverband, der sie berät: „Wir sind eine große Gemeinschaft. Wir zeigen damit, dass Solidarität, Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit wichtige und wesentliche Werte sind, an denen wir uns orientieren. Und genau dafür steht der VdK bundesweit, aber auch in Berlin und Brandenburg.“
Besonderer Dank
Zum Abschluss dankte der Landesvorsitzende Bergmann den hauptamtlichen Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlich Engagierten für ihren unermüdlichen Einsatz und die Zeit, die sie dem VdK schenken: „Ehrenamtler ha-ben auch nicht mehr Zeit, aber sie haben mehr Herz.“ Als Anerkennung für ihr Engagement erhielten besonders engagierte Ehrenamtliche die Ehrenurkunde des VdK, überreicht durch Patrick Wahl, der zum Zeitpunkt der Veranstaltung brandenburgischer Staatssekretär für Gesundheit und Soziales war.

















