Pollermützen machen Barrieren sichtbar
Anlässlich des Tags der Sehbehinderung am 6. Juni riefen die Arbeitsgruppe Inklusion des Stadtteilzentrums Pankow sowie die kommissarische Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Nicole Trommer, zu einer Strick- und Häkelaktion auf. Auch ein VdK-Mobilitätshelfer beteiligte sich an dieser Aktion und häkelte insgesamt 32 Pollermützen.
Auf vielen Gehwegen begegnen Menschen mit Sehbehinderungen Hindernissen, die ihre Teilhabe im Alltag erschweren oder sogar zu Gefahren werden können. Dazu zählen nicht nur achtlos abgestellte E-Scooter, sondern auch unscheinbare graue Straßenpoller, die häufig übersehen werden.
„Straßenpoller sind schwer zu sehen. Die Aktion ist daher eine gute Möglichkeit, auf Barrieren hinzuweisen“, erklärt die Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderungen. Die handgefertigten Mützen, die anlässlich des Tags der Sehbehinderten über Poller gestülpt werden sollen, seien dabei vor allem ein Symbol, um auf fehlende Barrierefreiheit und die somit erschwerte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.
Jens Östreich, VdK-Mobilitätshelfer in Pankow, fühlte sich sofort angesprochen von der Aktion. Fast vier Monate häkelte er in seiner Freizeit 32 Pollermützen. Für ihn bedeutet Häkeln vor allem Entspannung.
Die Zahl 32 hat für Östreich eine ganz persönliche Bedeutung: 17 Mützen stehen für die Jahre als trockener Alkoholiker, elf Mützen für die Anzahl der Jahre, die er beim VdK arbeitet und die übrigen vier Pollermützen entstanden aus Freude an der Aktion – und weil er einfach nicht aufhören konnte.
Die Pollermützen sollen anlässlich des Sehbehindertentags im Rahmen einer öffentlichen Aktion an verschiedenen Straßenpollern im Bezirk Pankow angebracht werden, um Barrieren sichtbar zu machen.