Kreisverband Reinickendorf hat Einsamkeitsbeauftragte eingeladen
Bei der monatlichen Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Reinickendorf im November im Café am Schäfersee war Katharina Schulz zu Gast. Sie ist nicht nur Ehrenamtsbeauftragte, sondern seit dem 10. Juli 2024 auch die erste Einsamkeitsbeauftragte Berlins und damit auch bundesweit die erste Person, die ein kommunale Vollzeitstelle als Einsamkeitsbeauftragte besetzt.

Die Resonanz auf diesen Termin war bei den Mitgliedern – auch aus anderen Kreisverbänden sehr groß. Es handelt sich um ein Thema, das in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, nicht nur für ältere, sondern auch für immer mehr jüngere Menschen, wie die Einsamkeitsbeauftragte bei der Veranstaltung betonte. Sie stellte anschaulich die Strukturen, Maßnahmen und Angebote vor, um Wege aus der Einsamkeit zu finden.
Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Es gibt einen Sticker, der in einigen Institutionen, Cafés und Geschäften hängt und signalisiert: Hier werde ich gesehen, finde Unterstützung und erlebe Gemeinschaft. Auch gibt es inzwischen hier und da sogenannte „Gelbe Quasselbänke“, beispielsweise in der Holländer Straße am katholischen Friedhof oder in Hermsdorf. Diese Bänke sind öffentliche Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen und für spontane Gespräche zwischen Nachbarn und Passanten einladen.
Es werden auch Stammtische gegen Einsamkeit von Unternehmen beziehungsweise Institutionen angeboten, die von Ehrenamtlichen betreut werden, zum Beispiel in Hermsdorf und im Eiscafé Bacio in Rollberge und in Borsigwalde; demnächst gibt es auch einen Stammtisch in der Baptistenkirche in Alt-Reinickendorf, jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. Auch in Stadtteilbüros oder Quartiersmanagements findet man immer mehr Angebote. Auch gab es schon Veranstaltungen für Interessierte am Heiligen Abend. Aufgrund des großen Zuspruchs findet diese Veranstaltung dieses Jahr im Ernst-Reuter-Saal statt.
Der Malteser Hilfsdienst bietet seit einiger Zeit die sogenannten Berliner Hausbesuche für Menschen ab 70 Jahren an. Am 16. Dezember 2024 und 2025 fand ein Einsamkeitsgipfel statt, ein Fachtag zum Thema Einsamkeit mit Fokus auf Seniorinnen und Senioren. Katharina Schulz schilderte noch zahlreiche weitere Möglichkeiten und erwähnte, dass sich sogar Institutionen aus vielen anderen Ländern für dieses Projekt interessieren und es viele Anfragen dazu gibt.
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Anwesenden noch genügend Zeit, um Fragen zu stellen, die die Einsamkeitsbeauftragte gerne beantwortete. Auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz und viele hatten Gelegenheit, sich dabei näher kennenzulernen. Schulz wies außerdem darauf hin, dass, bei der Google-Suche nach „Hilfsangebote gegen Einsamkeit in Reinickendorf“ ihre Webseite auf Platz eins der Suchergebnisse erscheint.